Wie kreativ darf eine Bewerbung sein?
Jobkandidaten versuchen vermehrt sich mit ausgefallenen Ideen um Jobs zu bewerben. Auch wenn das Motto gilt „Differenziere dich um dich von der Masse abzuheben", ist dennoch Vorsicht geboten wie kreativ eine Bewerbung wirklich gestaltet werden darf, um noch echte Jobchancen zu haben.
- Alexandre Guerniot, ein IT Fachmann aus Frankreich, bewarb sich auf kreative Weise mit einer Online Bewerbung im Flash Format (www.paradoxware.com/alstudio/cv/en.htm). Eine Bewerbung, die einen Personalverantwortlichen leicht zum Schmunzeln bringen koennte. Dieser Kandidat bekam schlussendlich einen Praktikantenjob bei Microsoft.
- Larry Dinsmore, liess seinen Lebenslauf/Motivationsschreiben auf ein T-shirt drucken und verkauft diese Bewerbungs-T-shirts nun im Internet, www.DamnIneedAJob.com.
- Guy Kawasaki, ein bekannter Buchautor, gewaehrt Einblick in seinen beruflichen Werdegang durch ein visuelles CV, www.visualcv.com/guykawasaki.
- Gary Radke, ein Marketingexperte, startete seine eigene PR Kampagne, in dem er seinen Lebenslauf auf einem ueberdimensionalen Strassenplakat veroeffentlichte.
- Mark Trenwith, ein australischer Komoediant und Schauspieler, versandte seine Bewerbung in Form eines singenden Telegramms, in dem die beruflichen Highlights besonders betont wurden.
- Ein weiterer Kandidat hing Posters in der Garage auf, in der, der Personalverantwortliche sein Auto geparkt hatte.
- Ein anderer Kandidat bewarb sich zusaetzlich zum Lebenslauf mit einer Eierschachtel mit falschen Eiern und dem Satz: „Ich kann taeglich frische Ideen liefern".
- Ein Software Ingenieur versandte ein Bewerbungsfoto, auf dem er vor dem Firmensitz posierte und ein T-shirt trug mit dem entsprechenden Firmenlogo und der Aufschrift „Ich wuerde gut in ihr Team passen".
- Ein weiterer Kandidat sandte sechs Postkarten, die wie ein Puzzle zusammengestellt werden konnten und schlussendlich seinen Lebenslauf ergaben.
- Ich selbst gestaltete meinen Lebenslauf vor einigen Jahren mit Microsoft's Software „Publisher" in Form eines aufklappbaren Werbeprospektes und bekam aufgrund dessen jedes Mal eine Einladung zum Vorstellungsgespraech.
- Der kreativste Bewerber, den ich - als ehemalige Rekruiterin - selbst zu Gesicht bekam, war ein Koch, der seinen Lebenslauf anstatt auf einem weissen DIN-A-4 Blatt auf einer originellen Menu-Karte praesentierte.
Um sich die Jobchancen nicht von vornherein zu vermasseln, waere es ratsam herauszufinden in welchem Ausmasse eine Firma Kreativitaet begruesst. In konservativen Branchen, z.B. im Finanzwesen, sind klassische Bewerbungen gefragt und die Originalitaet haelt sich dabei in Grenzen, waehrend in Branchen wie Marketing, Medien, Werbung usw. nach Kreativitaet geradezu gesucht wird.
Mit Sicherheit kann gesagt werden, dass kreative Bewerbungen aus der Rolle fallen und im ersten Moment bessere Chancen auf ein Vorstellungsgespraech zu haben scheinen als die herkoemmlichen Bewerbungen. Aber ueberstehen diese die erste Runde im Auswahlprozess? Dies haengt von folgenden Faktoren ab: Groesse/Unternehmenskultur/Produkt des Unternehmens, Position und Aufgaben der entsprechenden Stelle, Stellenbeschreibung, Persoenlichkeit des Rekruiters bzw. Personalmanagers.
Ein kreativer Bewerber sollte daher darauf achten, dass seine Bewerbung nicht zu sehr vom eigentlichen Inhalt der Bewerbung ablenkt und ihn immer noch als einen kompetenten und professionellen Kandidaten erscheinen laesst.
Wie wirksam ist nun eine solche „kreative" Strategie um wirklich einen Job zu bekommen? Eine Studie, die von der Personalagentur „The Creative Group"durchgefuehrt wurde, fand, dass von 250 Fuehrungskraeften mehr als 52 % der Marketing Fuehrungskraefte und 26 % der Fuehrungskraefte in der Werbebranche, solche Methoden als unprofessionell einstufen.
Weniger als die Haelfte der befragten Fuehrungskraefte, 46 % in der Werbung und 34 % im Marketing, behaupteten, dass sie eine „ausgefallene" Bewerbung beruecksichtigen wuerden und nur 2 % der Fuehrungskraefte im Marketing und 8 % in der Werbung meinten, dass solche kreativen Bewerbungsversuche einem Kandidaten helfen wuerden einen Job zu bekommen. Weiters stellte man fest, dass solche Strategien sogar in kreativen Branchen selten zu einem Jobangebot bzw. einem Interview fuehren.
Eine weitere Alternative um sich derzeit „kreativ" zu bewerben waere per video. In Zukunft scheint der Trend in diese Richtung zu gehen, wie es diese bereits in verschiedenen Laendern gibt. In Deutschland waere es www.myjobvideo.de, in Grossbritannien www.jobs2view.com, in Italienwww.ilvideocurriculum.eu und weltweit www.videocvtube.com. Somit koennten Bewerbungsunterlagen, wie wir sie bisher kannten, als Schnee von gestern betrachtet werden, denn man hat bereits schon begonnen sich per Video zu bewerben und dies koennte bald zum Standard werden. Somit stellt sich die Frage, wie sich ein Bewerber in einem Video auf kreative Weise von der Masse abheben kann.






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