Die Jobhopping Strategie - Sehen wir es doch positiv!


Romy Meyer hat als Verkaufsassistentin, Rezeptionistin, Verwaltungskraft, PR-Dame und Kundenbetreuerin gearbeitet. Sie wechselte zwischen diversen Industriezweigen, und zwar Architektur, Gastgewerbe, Justiz, Transportwesen und Event-Organisation. So, wuerde sie das zu einer unstabilen Mitarbeiterin abstempeln, die nur Zeitarbeitsjobs kennt oder einer besonders erfahrenen Angestelltin mit grossartigen Kontakten?

Job-hopping wird nicht mehr als ein Nachteil angesehen, da Leute einfach mobiler werden und sich dabei eine weite Palette an Faehigkeiten und Fertigkeiten aneignen und dabei auch Erfahrungen in diversen Sektoren sammeln. All diese Faktoren tragen dazu bei, dass ein Mitarbeiter sogar noch „anstellungsfaehiger" wird und einem Unternehmen zahlreichen Nutzen bringen kann.

Was wuerden Sie von dem naechsten Kandidaten? Ralf, entwarf eine grossartige Mercedes Werbeanzeige, ging sieben Monate spaeter zu Adidas und lanchierte ein neues Schuhmodell, das ein wahrer Hit wurde, und ging ein Jahr spaeter zu Yahoo und vermarktete die Software um die Benutzerbasis um 40 % zu erhoehen. Den meisten Leuten wuerde es nichts ausmachen, dass dieser Kandidat staendig Job wechselte. Im Gegenteil, die meisten Leute wuerden diese Person eher gerne anstellen, wenn auch nur fuer kurze Zeit. Die meisten von uns werden wahrscheinlich nicht so viele bedeutende Erfolgserlebnisse in einem so kurzen Zeitrahmen vorweisen koennen, aber sicherlich haben auch Sie zumindest einige Errungenschaften, auf denen Sie stolz sein koennen.

Wenn es zum Thema Job hopping kommt, ist es wichtig Erklaerungen abzugeben, die Sinn ergeben. Leute wollen von Ihnen nicht hoeren, dass Sie versagt haben, oder mit anderen Mitarbeitern nicht ausgekommen sind, oder keine Ausdauer in einem Job haben. Nicht in jedem Job wird ein Kandidat faehig sein, Topleistung vorzuweisen, aber ein guter Lebenslauf-Schreiber kann jeden Job so verfassen, dass er dennoch besonders wirksam erscheint. Da jeder Arbeitsplatzwechsel mehr Verantwortung mit sich bringt, fuehrt das gleichzeitig auch zu einem Anstieg der Lernerfolgskurve.

Drei Jobs in zwei Jahren wird von Rekruitern oftmals als die Grenze des Akzeptablen angesehen. Wird diese Grenze ueberschritten, erwarten Arbeitgeber normalerweise einen guten Grund fuer das staendige Wechseln. Das Wechseln in einen anderen Sektor kann bei Fragen ueber Work-Life Balance als akzeptabel angesehen werden, aber wechseln in voellig unterschiedliche Sektoren kann einen wieder als unstabilen Jobhopper abstempeln. Fuer jene, die im Ausland gearbeitet haben, stellen mehrfache kurzfristige Jobs und Karriereluecken in einen Lebenslauf weniger ein Problem dar, das wird von Rekruitern als glaubhafter Grund gesehen mehrfach Jobs gewechselt zu haben.

Die Dauer ist wichtig. Wenn Sie alle zehn Jahre Job wechseln, koennten einige Unternehmen denken, dass es Ihnen an Dynamik mangelt. Wenn Sie alle sechs Monate Jobs wechseln, koennten Sie als unstabil und unfaehig einen Job fuer einen laengeren Zeitraum angesehen werden. Rekruitment ist ein teurer Prozess, vor allem wenn man bedenkt, dass Personalagenturen oftmals drei Monatsgehaelter eines Jahresgehaltes bekommen um einen Kandidaten zu vermittlen. In jedem Industriezweig gibt es eine Zeitperiode nach der Jobwechsel als akzeptabel angesehen wird.

Mit Geld kann man sich nicht wirklich die unterschiedlichen Erfahrungen kaufen, die Kandidaten mit verschiedenen Jobs in einer Position einbringen koennen. Diese koennten ausserdem Aufschluss darueber geben wie andere Unternehmen arbeiten bzw. wie konkurrierende Firmen operieren. Ausserdem wissen Unternehmen auch, dass Kandidaten, die verschiedene Jobs hatten, faehig sind in verschiedensten Umfeldern und Kulturen zu arbeiten und daher problemlos ins Team passen.


Solange man sich auf einige Kernpunkte konzentriert, sollte Jobhopping zu keinem Problem werden.

1) Konzentrieren Sie sich auf die Erfolge und den Einfluss den Sie bei jeder Firma hatten, bei der Sie gearbeitet haben.
Konzentrieren Sie sich darauf, ihre Faehigkeiten und Erfahrungen wirksam zu promoten, vergeuden Sie keine Zeit mit Erklaerungen wie und warum Sie fruehere Jobs beendigt haben.

2) Seien Sie ehrlich wenn Sie gefragt werden
Wenn Sie in einem Vorstellungsgespraech nach den Gruenden ihres haeufigen Arbeitsplatzwechsels gefragt werden, seien Sie ehrlich. Wenn dies heisst, dass Sie die Faustregel des „Nicht-schlecht-Redens" ueber ihren frueheren Arbeitgeber ueber Bord werfen sollen, dann sei es so, solange das, was Sie sagen, nicht persoenlich ist.

Wenn moeglich, konzentrieren Sie sich auf professionelle Gruende – die Richtung des Unternehmens war nicht dieselbe wie die Richtung des Marktes; der Job war nicht der, der Ihnen urspruenglich angeboten wurde und bot nicht die erwuenschten Karrierechancen (achtung hier! Vergewissern Sie sich, dass dies nicht auch fuer das Unternehmen gilt bei dem Sie sich derzeit vorstellen.); Ihr Partner bekam einen neuen Job und Sie uebersiedelten, usw.

3) Erwaehnen Sie es nicht selbst.
Betonen Sie nicht, dass Sie so oft Job gewechselt haben, wenn Sie nicht danach gefragt werden. Stattdessen, konzentrieren Sie sich darauf was Sie erreicht haben. Denken Sie im Sinne von "Nutzen, Nutzen, Nutzen". Wenn Sie damit beginnen zu erklaeren warum Sie einen besonderen Job verliessen, klingt es fast schon wie ein Problem. Erinnern Sie sich daher ihre Erfahrungen, Faehigkeiten und Erfolgserlebnisse selbstbewusst zu verkaufen, anstatt daran zu denken wie sie Einwaende ueberwinden, die gar nicht aufgetaucht sind.

4) Denken Sie sorgfaeltig daran bevor Sie "JA" sagen
Machen Sie keine Freudenspruenge beim ersten Jobangebot, das Sie bekommen, wenn Sie Bedenken haben ueber etwas das Sie gehoert oder gesehen haben. Zusagen ist einfach, wenn man weiss, dass offene Rechnungen bezahlt werden muessen und man knapp bei Kasse ist. Die meisten Leute, die einen Job nach kurzer Zeit kuendigen, hatten Bedenken bevor Sie den Job antraten. Wenn Sie den Eindruck haben, dass Sie in diesem Job nicht gluecklich sein werden bzw. schlechte Dinge gehoert haben, dann lassen Sie es lieber sein und setzen ihre Jobsuche fort.

5) Seien Sie nicht beunruhigt wenn jemand es als Problem ansieht
Wenn Sie einem Unternehmen begegnen, dessen Politik es ist "Wir stellen nicht Personen an, die in ihren letzten drei Jobs darin mindestens zwei Jahre gearbeitet haben" dann vergeuden Sie nicht ihre Zeit damit sich darueber Sorgen zu machen. Wenn eine Firma keine Ihrer Faehigkeiten und Erfahrungen in Betracht zieht, dann wollen Sie sicherlich nicht fuer diese Firma arbeiten. Es ist eine ziemlich kurzsichtige Rekruitmentpolitik, die jeden ueber denselben Kamm schaert. Wenn ein Unternehmen Sie auf diese Weise beurteilt, nehmen Sie sich die Freiheit dieses Unternehmen auch auf diese Weise zu beurteilen.

Die Kunst des Jobhoppings liegt darin, im Lebenslauf zu zeigen, dass man in jedem Unternehmen einen wesentlichen Beitrag geleistet hat, und das unabhaengig von der Jobdauer. Man kann dennoch beweisen, dass man einem Unternehmen gegenueber loyal war, indem man durch seine exzellente Leistung einen wesentlichen Beitrag zum Unternehmenserfolg geleistet hat und die Unternehmenserwartungen uebertrifft.

Ein Lebenslauf sollte nicht aus einer Liste von Jobs und Aufgabenbereichen bestehen, sondern sollte ein Dokument sein, das eine Geschichte erzaehlen soll. Ihr Lebenslauf sollte die Geschichte einer Person widerspiegeln die wesentliche Beitraege geleistet hat, wo auch immer sie hinging.

Wenn man Jobhopper mit Nicht-Jobhoppern vergleicht, muss man oft erkennen, dass Jobhopper:
  • ihr professionelles Netzwerk an Bekannten viel schneller aufbauen, als jemand der im selben Zeitraum in ein und demselben Unternehmen verbringt,
  • ihr Portfolio an Faehigkeiten schneller vergroessern und
  • sich bei der Arbeit mehr einsetzen.

 

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